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Einer dieser Ingenieure ist Tobias Lübcke, Mitarbeiter unserer Niederlassung Hamburg. Der Maschinenbaukonstrukteur ist 2007 als Diplomand zu FERCHAU gekommen, verstärkt das Jungheinrich-Team seit Anfang 2008 und ist seither an knifflige Herausforderungen gewöhnt: "Hier im Sonderbau entstehen Lösungen für individuelle Kundenanforderungen, die mit den über 600 Fahrzeugvarianten, die Jungheinrich in seiner Hamburger Serienproduktion fertigt, nicht bedient werden können. Ungewöhnliche Lagergüter oder komplizierte Raumverhältnisse verlangen nach kreativen Ideen. Im Lüneburger Werk entstehen zum einen Kleinserien, bei denen es sich in erster Linie um Modifikationen von Serienprodukten handelt. Zum anderen werden im sogenannten harten Sonderbau Unikate oder Kleinststückzahlen entwickelt und gefertigt. Wie der rollende Riese ESK 6120 für ein Schweizer Unternehmen der Kabelindustrie."
Der Anforderungskatalog des Schweizer Jungheinrich-Kunden hatte es in sich: Der Kabeltrommeltransporter sollte verschiedene Steigungen befahren können, eine Nutzlast von sage und schreibe zwölf Tonnen aufnehmen - und in einen Aufzug passen, da im Werk des Kunden Transporte zwischen zwei Etagen zu tätigen sind. Tobias Lübcke: "Ich war hier im Team für die Konstruktion zuständig und habe eng mit den Jungheinrich-Entwicklern für Hydraulik und Elektrik zusammengearbeitet. Es war eines der umfangreichsten und spannendsten Projekte, die ich bisher erlebt habe - mit einem sehr großen Konstruktionsaufwand." Warum, zeigt ein Blick auf die Daten des Kabeltrommeltransporters: Gesamtlänge 3,50 Meter, Breite 2,40 Meter, Höhe 2,40. Das ist zwar groß, aber angesichts der Nutzlast extrem kompakt, damit die Fahrstuhltauglichkeit erreicht wird. "Aus dieser Anforderung heraus ist auch eine weitere Lösung entstanden", führt der FERCHAU-Ingenieur aus. "Das Fahrzeug wurde mit Zugarmen konstruiert, die Kabelrollen mit einem Durchmesser von bis zu 3,15 Metern und einer Breite von maximal 1,70 Metern klemmen, heben, ziehen und ablegen. Darüber hinaus ist der ESK 6120 mit einer Kabelfernbedienung ausgestattet. So kann der Fahrer den Rollentransporter perfekt in Position manövrieren, ohne im Fahrzeug zu sitzen. Der Antrieb des Fahrzeugs war ein weiterer Knackpunkt. Schließlich sollten ja verschiedene Steigungen bewältigt werden, und das bei dem gigantischen Gewicht. Verbaut wurden schließlich zwei Elektromotoren mit jeweils 6,9 kW."
Rund 26 Wochen vergingen vom Konstruktionsbeginn bis zur Auslieferung. Tobias Lübcke: "Und ich war bei allen wichtigen Projektschritten dabei. Als Konstrukteur bekommt man ja nicht immer mit, wie aus den eigenen Ideen ein fertiges Produkt wird. Hier war das anders. Neben der Konstruktion in CATIA V5 und der Ableitung von Fertigungs- und Montagezeichnungen in 2D war ich auch in die Lieferantensuche involviert. Mit Start der Montage verlagerte sich mein Arbeitsplatz dann in die Werkshalle. Als Konstrukteur des rollenden Riesen war ich Ansprechpartner für alle Fragen des Montageteams: Was kann schon zusammengebaut werden, obwohl noch Teile und Komponenten fehlen? Welche Bauteile werden wie zusammengefügt? Auch kleinere Probleme, die erst in der Montage sichtbar wurden, ließen sich im Team ad hoc lösen - hier noch ein Bohrloch, dort ein zusätzlicher Halter. Zu erleben, wie das, was man sich ausgedacht und konstruiert hat, wächst und immer mehr Gestalt annimmt, das war unglaublich motivierend und hat sehr viel Spaß gemacht. Natürlich habe ich mir auch das Finale nicht entgehen lassen: die Verladung des rollenden Riesen für seine Reise in die Schweiz."
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