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Der interdisziplinäre Wettbewerb, der Kunst und Technik verbindet, 2012 mit dem Thema „SWARMING – Kollektive Mobilität“. | Challenge 2.0 Die Herausforderung für Studenten: Eine Applikation entwickeln für IT im Alltag. Das Finale fand auf Mallorca statt. | Innovationspreis 2011 Der Wettbewerb für innovative Entwickler wurde im April 2011 auf der Hannover Messe verliehen. Thema „Das Gute sparen – Energie, Material, Rohstoffe“ Sports-Cup 2010 Sport und Fun für FERCHAU-Kunden und -Mitarbeiter beim großen Turnier in Berlin. |

Der Moment war an Spannung kaum zu überbieten: Am 11. Dezember 2009 absolvierte der mit vier Triebwerken ausgerüstete Airbus A400M im spanischen Sevilla seinen Jungfernflug. Gänsehaut pur für Techniker, Ingenieure und Softwarespezialisten von Airbus Military, einem Tochterunternehmen von EADS. In ganz Europa verfolgten sie den 3 Stunden und 47 Minuten dauernden Test. "Wir haben uns in einer großen Fertigungshalle getroffen, dort war eine Großleinwand aufgebaut, und wir fieberten alle mit", erinnert sich Dr. Bernhard Malle, IT-Consultant von FERCHAU. Er ist einer von über 40 FERCHAU-IT-Spezialisten, die zurzeit bei der Münchner MTU Aero Engines GmbH an der Entwicklung der Triebwerksteuerungen für das Transportflugzeug A400M und den Hubschrauber Eurocopter Tiger beteiligt sind. FERCHAU-IT-Consultants sind in alle Projektabschnitte des Entwicklungsprozesses eingebunden, der nach dem bewährten V-Modell aufgesetzt wurde. Von der Systemanforderungsanalyse über den Entwurf bis hin zu den Tests und der Abnahme. Oliver Henkel ist im Anforderungsmanagement tätig und arbeitet mit dem Werkzeug DOORS. Prozessunterstützung und die Umsetzung der Entwicklungsaufgaben im Tool sind sein Spezialgebiet. "Ich verwalte die Anforderungen an die Software und schaffe die Voraussetzungen dafür, dass alle vorher festgelegten Funktionen und Testprozeduren tatsächlich ausgeführt werden“, sagt er. Dazu gehören auch Integrationstests von Hardware und Software. Dr. Bernhard Malle unterstützt Betrieb und Support des Konfigurationsmanagementsystems Dimensions, welches für die Entwicklung beider Triebwerke verwendet wird. Dimensions verwaltet alle Sourcecode-Dateien, die für die Programmierung der elektronischen Triebwerksteuerung (Regler) nötig sind. Mit dem Tool wird zudem das gesamte Änderungswesen bewerkstelligt. Weitere Aufgaben der FERCHAU-Spezialisten sind die Dimensions-Anwender-Schulung sowie die Unterstützung des Konfigurations- managements im Projekt TP400-D6, dem Triebwerk des Militär-Airbus A400M, sowie im Projekt MTR390, dem Triebwerk des Eurocopter Tiger.
In allen Projekten der Triebwerksteuerung wird sicherheitskritische Software mit höchsten Anforderungen entwickelt. "Im Konfigurationsmanagement geht es darum, festgelegte Prozesse exakt nachvollziehbar einzuhalten", führt IT-Consultant Christian Hofmann aus, der als Configuration Manager im Bereich Steuerungssoftware des Hubschrauber-Triebwerks tätig ist. Basis ist die Vorschrift RTCA/DO-178B (Software Considerations in Airborne Systems and Equipment Certification), die für Zivil-Flugzeuge gilt. Sie ist Grundlage der Zertifizierung durch die europäische Luftfahrtbehörde (EASA).
"Durch die Einhaltung der festgelegten Prozesse wird das Risiko einer Fehlentwicklung minimiert und eventuelle Programmierfehler frühzeitig erkannt", erklärt Hofmann. Alle Bestandteile - Hardware und Software - müssen archiviert werden, so dass sie über die gesamte Produkt-Lebensdauer, meist 30 bis 40 Jahre, jederzeit auffindbar und reproduzierbar sind. "Jede Änderung - egal wie klein - muss über alle Schritte im Lebenszyklus (V-Modell) nachvollziehbar sein", ergänzt Heiko Drescher, der im Bereich Verification arbeitet.
In die Modellierung und die Entwicklung der Software für die Triebwerksteuerung ist FERCHAU-IT-Consultant Luigi Rocchetti involviert. Er übersetzt unter anderem die Anforderungsbeschreibungen aus DOORS in Softwarespezifikationen. Auf Basis dieser Definitionen entstehen im Tool Matlab Simulink später Funktions- und Prozessmodelle. Die Code-Generierung erfolgt automatisch. Am Ende der Entwicklungskette, bevor die Software an den Kunden ausgeliefert wird, kommt dann wieder Verification Manager Heiko Drescher ins Spiel. "Ich überprüfe, ob alle Anforderungen auch korrekt in die Software umgesetzt wurden."
Das gilt auch für Änderungen und deren Auswirkungen auf andere Programmteile. Dabei kommt erneut die Software DOORS zum Tragen, die automatisch eine Überprüfung und einen Freigabeprozess auslöst, sobald eine Änderung an der ursprünglichen Beschreibung vorgenommen wurde. Heiko Drescher dazu: "Weder Soft- noch Hardware erhält eine Freigabe ohne mehrfache Validierung. Sicherheit ist das oberste Gebot."
So vielschichtig die Aufgabengebiete der IT-Consultants sind, so einig sind sich die FERCHAU-Spezialisten darüber, was den Reiz ihrer Arbeit bei der MTU ausmacht: Die Tatsache, dass am Ende der Entwicklung ein Flugzeug steht, welches in Zukunft dann bei der Bundeswehr und anderen Streitkräften im Einsatz sein und Menschen transportieren wird, zieht alle in den Bann.
Mehr Infos:
Christoph Sedlmeir Leiter IT-Solutions München
www.ferchau.de/go/muenchen
muenchen@ferchau.de
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